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Warum eigentlich?

Warum wir fliegen? Das ist kaum in Worte zu kleiden. Wer einmal selbst mit dem Gleitschirm geflogen ist, kann es nachvollziehen. Otto Lilienthal oder sein Gehilfe soll mal gesagt haben "Das Gefühl beim Fliegen ist höchst beglückend und ganz unbeschreiblich!". Dem ist eigentlich nichts hinzuzufügen.

Über dem Pfänder Blickrichtung Westen
Flug über dem Pfänder Blickrichtung Westen

 

Gefährlich?

Gleitschirmfliegen ist die einfachste und kostengünstigste Art zu fliegen. Sie kommt dem Vogelflug schon sehr nahe. Wie jeder Flugsport ist Gleitschirmfliegen natürlich nicht ungefährlich. Es ist möglich das Risiko klein zu halten. Auszuschließen ist es jedoch nicht. Es ist grundsätzlich abzuwägen ob das Flugerlebnis das Risiko wert ist oder nicht. Diese Entscheidung muss jeder für sich selbst treffen.

Leistung oder Genuss...

Es gibt verschiedene Arten das Gleitschirmfliegen zu betreiben. Ging es den ersten Pionieren darum, nach einem Aufstieg auf den Berg auf eine angenehme Weise wieder ins Tal zu kommen und boten die ersten Gleitschirme auch nur die Möglichkeit, vom Berg hinunter zu fliegen, so hat sich die Technik inzwischen so stark weiterentwickelt,

Walk & Fly Paragliding  

dass Flüge von mehreren Stunden und vielen Kilometern möglich sind. Auch Kunstflugmanöver sind inzwischen möglich, die vor wenigen Jahren nicht denkbar waren. Diese Entwicklung eröffnet natürlich enorme Möglichkeiten diesen Sport zu betreiben. Frei nach dem Motto "Immer höher, immer weiter" kann jeder Einzelne seine Leistung und seine eigenen Rekorde immer weiter nach oben schrauben. Selbstverständlich bezahlt man für mehr Leistung mit einer Erhöhung des Risikos.

Ich persönlich habe wenig Interesse daran, besonders weite Flüge zu machen. Für mich steht das Erlebnis und der Genuss im Vordergrund. Wenn es möglich ist, gehe ich zu Fuß zum Startplatz und genieße schon die Wanderung auf den Berg. Dementsprechend verwende ich eine gewichtsoptimierte Ausrüstung. Sicherlich, leichter geht immer. Meine Ausrüstung wiegt ca. 10-11 Kilo. Das ginge noch leichter. Dafür mache ich aber keine Abstriche in Punkto Sicherheit.

 

Wenn es sich ergibt, Wetter, Thermik und Fluggebiet passen, gehe ich auch mal auf Strecke. So durfte ich schon phantastische Flüge erleben. Genauso schön sind aber reine Gleitflüge im Winter. Das Gleiten über die schneebehangenen Bäume hat genauso seinen Reiz. So habe ich für mich die optimale Mischung aus Naturerlebnis, Wandern, Genussfliegen und die Welt von oben zu erleben gefunden. Wenn Wetter und gemeinsamer Termin passen, nehme ich auch hin- und wieder Passagiere zum Doppelsitzerflug mit in die dritte Dimension.

Start Tandem Paragliding
Tandemstart mit meiner Frau von der Niedere/Bregenzerwald/Österreich.

Die Flüge, die mir in besonderem maße in Erinnerung geblieben sind, müssen nicht unbedingt die längsten oder höchsten gewesen sein. So zaubert beispielsweise die Erinnerung an meinen ersten Höhenflug (>300m Höhenunterschied), sowie den ersten Thermikflug, bei dem der Startplatz überhöht wurde auch nach über 20 Jahren Fliegen ein Lächeln in mein Gesicht. Ich durfte bereits zwei Mal die Marolada (höchster Berg der Dolomiten) überfliegen, genoss die Kulisse des Alpenhauptkamms von oben oder flog gemeinsam mit großen Mönchsgeiern (Spannweite bis 3m) in der südfranzösischen Thermik in der gegend des Grand Canyon du Verdon. Aber auch Flüge bei sehr schwacher Thermik oder von niedrigen Flugbergen mit erhöhter Flugdauer sind immer etwas Besonderes.